Uganda – Helfende Hände e.V. https://www.helfende-haende.cw-net.de Fri, 16 Jan 2026 09:54:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://www.helfende-haende.cw-net.de/wp-content/uploads/2023/06/cropped-favicon_hh-32x32.jpg Uganda – Helfende Hände e.V. https://www.helfende-haende.cw-net.de 32 32 6. Herniencamp – Es war einfach Mega! https://www.helfende-haende.cw-net.de/6-herniencamp-es-war-einfach-mega/ Sat, 20 Dec 2025 05:52:28 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=4445
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St. Francis Buluba Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 12/2025

Aufklärungsarbeit, die Vertrauen schafft

Im Vorjahr lief die Patientenregistrierung nicht ganz nach Plan. Die sonst gewohnten Zahlen von weit über 200 Patienten wurden nicht erreicht – unter anderem, weil in der Region zeitgleich weitere Surgical Camps stattfanden. Diese Eingriffe erfolgen jedoch ohne Netzimplantation – ein entscheidender Unterschied, wenn es darum geht, einen erneuten Bauchwandbruch langfristig zu verhindern.

Statt einer Anmeldung in einem starren Zeitfenster wurde die Patientenregistrierung für die Bevölkerung über das ganze Jahr hinweg geöffnet. Die medizinischen Teams machten sich auf den Weg in die Dörfer, informierten vor Ort und erklärten die Besonderheiten sowie die  Vorteile der Operation mit Netzimplantation.

Für die meisten Menschen in der Region ist eine Operation mit Netz – die für eine nachhaltige Behandlung entscheidend ist – aus eigener Tasche schlicht nicht finanzierbar. Umso wichtiger war die gezielte Aufklärungsarbeit, die Vertrauen schuf und den Zugang zu dieser Form der medizinischen Versorgung erst möglich machte.

Wieder da, wo das Herz schlägt: Buluba

Schon bei der Landung in Entebbe war klar: Die Vorfreude auf Buluba kannte keine Grenzen. Die Anreise verlief reibungslos, die Motivation war hoch – einzig eine Frage sorgte für etwas Nervenkitzel: Sind unsere Gepäckstücke in Istanbul auch wirklich verladen worden? Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir aufatmen – lediglich sechs Taschen trafen erst am nächsten Abend ein.

Der Rest lief wie am Schnürchen. Im Lost-&-Found-Office wurden die fehlenden Gepäckstücke schnell im System erfasst, und auch die Einfuhr der angemeldeten Materialien ließ sich problemlos mit dem Inspektor der NDA klären. Kurz darauf saßen wir bereits im beladenen Bus und erreichten zügig unser Hotel in Entebbe – ein kurzer Zwischenstopp zum Ankommen, Durchatmen und Energietanken.

Am nächsten Morgen ging es weiter. Nach einem entspannten Frühstück wurde das Handgepäck verstaut und der klapprige Bus nahm Kurs auf Buluba. Unterwegs hielten wir traditionell an den Märkten und deckten uns mit frischen Mangos, Avocados und Unmengen an Ananas ein – frischer geht es nicht.

Nach rund viereinhalb Stunden Fahrt war es schließlich so weit. In Buluba empfingen uns Gesang, Blumen und strahlende Gesichter. Ein herzliches Willkommen, vertraute Begegnungen – und in diesem Moment fühlte sich Ankommen wie Heimkommen an. Back home!

Der Einsatz nimmt Fahrt auf

Nach einem ausgiebigen Frühstück und frisch gestärkt ging es voller Tatendrang ins Hospital. Während die „Neulinge“ von Administrator George durch das Hospital geführt wurden, starteten die erfahrenen Teammitglieder bereits mit den Vorbereitungen im OP.

Koffer wurden ausgepackt, Materialien gesichtet und sortiert, Instrumentensets sterilisiert, Überwachungsplätze an den OP-Tischen eingerichtet, das Narkosegerät und Medikamente gecheckt, Nahtmaterial vorbereitet und die Diathermiegeräte angeschlossen. Was früher deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm, lief dank der über die Jahre gewachsenen Routine inzwischen reibungslos – perfekt aufeinander eingespielt. Innerhalb weniger Stunden war alles einsatzbereit.

Anschließend wurden die für den ersten OP-Tag einbestellten Patienten im Rahmen der Visite untersucht und zur Operation freigegeben. Damit stand einem Start am Montag nichts mehr im Wege. Das Camp war startklar.

Ein Auftakt nach Maß

Pünktlich um 7.30 Uhr fiel am Montag der Startschuss. Das lokale Team hatte die Patienten bereits vorbereitet: OP-Hemden angezogen, Infusionen gelegt, alle saßen bereit – strahlend und voller Vertrauen. Innerhalb kürzester Zeit war das Team perfekt eingespielt, die Abläufe griffen Hand in Hand ineinander. Gleich am ersten Tag legten wir mit 27 Operationen einen grandiosen Auftakt hin.

Besonders gespannt war das Anästhesieteam auf die Zusammenarbeit mit Anaesthetic Officer Silvia, die nach dem krankheitsbedingten Ausfall von „unserem King George“ die lokale Vertretung übernahm. Mit ihrer ruhigen, zielorientierten Arbeitsweise erwies sie sich als äußerst kompetente Kollegin und fügte sich hervorragend ins Team ein.

Organisation als Schlüssel – gemeinsam stark

Pünktlich zurück aus der Entbindungspause war auch OP-Leitung Cindy wieder im Einsatz. Gemeinsam mit Kollegin Gladis organisierte sie die Zentralsterilisation hervorragend. Die mit OP-Kitteln und Abdecktüchern bestückten Trommeln kamen stets rechtzeitig – der OP-Betrieb lief reibungslos zur Freude aller Beteiligten. Mit unermüdlichem Einsatz, fachlicher Kompetenz und immer einem Lächeln im Gesicht war Cindy eine große Bereicherung für das Camp. Ihre selbst gebackenen Kuchen sorgten für eine süße Abwechslung im intensiven Arbeitsalltag.

Dank der gut strukturierten Abläufe konnten wir die vollgepackten OP-Programme trotz teils sehr schwieriger Befunde in der ersten Woche erfolgreich umsetzen. Ein besonderes Lob gilt unserer großartigen Patientenmanagerin Christine. Ihr Organisationstalent, die sorgfältige Vorbereitung und gezielte Einbestellung der Patienten sind in dieser Kultur eine echte Meisterleistung. Und ohne unser „Rösle“ – Sister Rose, die Oberschwester – wäre dieses Camp nicht das, was es ist: immer präsent, stets strahlend, hochprofessionell und verantwortungsbewusst – und das mit 71 Jahren. Rose, „DU BIST DIE BESTE!“

Gemeinsam stark

Einmal mehr hat uns begeistert, wie schnell Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und aus verschiedenen Kulturen zu einer starken Einheit zusammenwachsen, wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die über das Jahr gesammelten Materialien aus zahlreichen Kliniken in Deutschland und der Schweiz wurden wie immer sinnvoll eingesetzt – ein großes Dankeschön an alle Kollegen, die dieses Projekt tatkräftig unterstützen. Gemeinsam bewegen wir die Welt.

Natürlich durfte auch die traditionelle Samstagabend-Party mit lokalen Essen und viel Tanz nicht fehlen – ein Zeichen der Wertschätzung und des Dankes an alle Mitarbeitenden für ihren außergewöhnlichen Einsatz.

Die Tage waren intensiv und fordernd – geprägt von anspruchsvollen Operationen, langen OP-Tagen und großer Verantwortung. Gleichzeitig waren sie erfüllt von Dankbarkeit, strahlenden Gesichtern und Momenten, die bleiben. Jede einzelne Operation war mehr als medizinisches Handwerk: Sie war ein Zusammenspiel aus Fachwissen, Teamarbeit und Mitgefühl – mit dem Ziel, Menschen zu helfen, die sich medizinische Versorgung oft nicht leisten könnten.

Insgesamt konnten bei 211 Patienten 255 Bauchwandbrüche operiert werden – nahezu alle mit einer Netzimplantation. Die große Mehrheit der Operierten verließ das Hospital bereits am nächsten Tag schmerzkompensiert und glücklich.

Ebenso ist es uns ein großes Anliegen, eine nachhaltige Wissensvermittlung durchzuführen. Nachwuchsärzte sowie Pflegekräfte sind aktiv eingebunden in die Abläufe. In der Praxis vertiefen sie ihr Wissen, sammeln wertvolle Erfahrungen, um verschiedene Prozesse oder Abläufe zu optimieren und stärken so langfristig die medizinische Versorgung vor Ort – weit über den Einsatz hinaus. Und auch das eigene Team profitiert durch die intensive Zusammenarbeit kontinuierlich vom Wissen und der Erfahrung der lokalen Fachkräfte.

Fazit: Miteinander lernen. Nachhaltig stärken.

Die Eindrücke, Begegnungen und Erfahrungen werden alle Beteiligten noch lange begleiten – beruflich wie persönlich. Und einmal mehr wurde uns bewusst, dass medizinische Versorgung und ein geregeltes Einkommen keine Selbstverständlichkeit sind.  

Der Erfolg dieses Einsatzes ist ein Gemeinschaftswerk – getragen von Vertrauen, Engagement und einer engen Zusammenarbeit mit dem lokalen Team, Hand in Hand und auf Augenhöhe. Jeder Einzelne ist ein wichtiger Teil dieses großartigen Projekts.       

Ein Einsatz, der nicht nur Leben verändert, sondern auch uns selbst – und uns daran erinnert, was im Leben wirklich wichtig ist.

Wir Bedanken uns ganz herzlich – im Namen der Patienten sowie dem Team des Buluba Hospitals – für die großartige Unterstützung in jeglicher Form wie Geld- und Materialspenden.

WEBALE NNYO 🙏

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Erfolgreiche Nachkontrolle – Ortho- / Traumacamp 2025 https://www.helfende-haende.cw-net.de/erfolgreiche-nachkontrolle-ortho-traumacamp-2025/ Mon, 14 Jul 2025 09:43:12 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=4256
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St. Francis Naggalama Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 07/2025

Sechs Wochen nach dem Orthocamp im Naggalama Hospital

Mitte Juli wurden alle Patientinnen und Patienten zur Nachkontrolle einbestellt, die im Rahmen unseres Ortho-/Traumacamps im Naggalama Hospital operiert worden waren. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: gut verheilte Operationswunden, komplikationsloser Heilungsverlauf laut Röntgenbefunden und eine deutlich verbesserte Mobilität. Alle konnten mit einem sehr erfreulichen medizinischen Ergebnis – und vor allem mit neuen Perspektiven – entlassen werden.

Die Rückmeldungen spiegelten tiefe Dankbarkeit und große Erleichterung wider. Viele der Betroffenen hatten über Jahre hinweg unter Schmerzen und massiven Einschränkungen gelitten. Durch die erfolgreiche Behandlung können sie nun wieder arbeiten, ihr Studium fortsetzen und langfristig ihre Familien finanziell unterstützen – ein bedeutender Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben und hin zu einer gesicherten Zukunft.

Unser Ziel war nicht nur, akute Beschwerden zu lindern, sondern vor allem nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Denn Gesundheit ist die Grundlage für Selbstständigkeit, Bildung und wirtschaftliche Stabilität – und genau das wurde durch dieses Projekt möglich.

Diese erfreulichen Ergebnisse wären ohne eure Spenden, den engagierten Einsatz vor Ort und die hervorragende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten nicht denkbar gewesen.

Ihr habt weit mehr ermöglicht als medizinische Eingriffe: Ihr habt Wege zurück ins Leben eröffnet – in ein Leben mit Hoffnung, Würde und Verantwortung.

Danke, dass ihr das möglich gemacht habt.

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Physiotherapie Camp im Providence Home / Nkokonjeru https://www.helfende-haende.cw-net.de/physiotherapie-camp-im-providence-home-nkokonjeru/ Fri, 20 Jun 2025 05:13:57 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=4092
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Clemens Alex / Sabine Pühl – 06/2025

Hilfe zur Selbsthilfe in Uganda – Eine Woche, die Leben verändert!

70 Kinder mit körperlichen Einschränkungen, begleitet von ihren Müttern, vereint an einem Ort mit einem einzigen Ziel – neue Perspektiven schaffen und echte Hoffnung schenken. In nur einer Woche so viel wie möglich bewegen – das war die große Herausforderung und zugleich der beeindruckende Erfolg des Physio-Camps im Providence Home. Dank großzügiger Spenden und dem leidenschaftlichen Einsatz aller Beteiligten wurde die bislang größte Initiative dieser Art Wirklichkeit – und legte einen entscheidenden Grundstein für eine selbstbestimmte, nachhaltige Zukunft.

Wissen als Schlüssel zur Selbstständigkeit

Unter den teilnehmenden Kindern waren auch viele Säuglinge und Kleinkinder. Je früher gezielte Maßnahmen beginnen, desto größer die Chancen auf eine positive Entwicklung. Doch der ganzheitliche Ansatz im Providence Home geht weit über physiotherapeutische Versorgung hinaus. Eine zentrale Rolle spielt die Stärkung der Mütter – denn sie sind der wichtigste Baustein im Alltag und der Weiterentwicklung ihrer Kinder. In praxisnahen Workshops wie Nähen, Kochen, Frisieren & Schminken, Handwerksarbeiten – erlernen die Mütter alltagsrelevante Fertigkeiten. Diese befähigen sie nicht nur, die wichtigen Übungen zu Hause fortzuführen, sondern eröffnen ihnen auch Wege zu einem eigenen Einkommen.

Ganzheitliche Unterstützung

Neben den praktischen Fertigkeiten lag auch die ganzheitliche Stärkung der Mütter im Focus. Schulungen zu gesunder, lokaler und günstiger Ernährung helfen, Mangelernährung zu vermeiden – ein weit verbreitetes Problem mit schweren Folgen. Darüber hinaus wurden psychologische Beratungen angeboten. Denn es braucht enorme Kraft, ein Kind mit Behinderung in ländlichen Regionen Afrikas großzuziehen – nicht selten werden diese Familien gesellschaftlich ausgegrenzt oder gar verstoßen.

Veränderung, die Herzen berührt!

Was in nur einer Woche erreicht wurde, ist beeindruckend: Viele Kinder zeigten sichtbare Fortschritte – trotz zum Teil schwerster Einschränkungen. Durch die engagierte Arbeit der Physiotherapeuten wurden neue Perspektiven eröffnet, Hoffnung geschenkt, Lebensqualität geschaffen. Einige Kinder mit akuter Mangelernährung und teilweise in lebensbedrohlichem Zustand, wurden umgehend in ein Hospital gebracht und medizinisch versorgt. Zwei Kinder werden dauerhaft im Providence Home bleiben können. Mit täglichem Training haben sie hier eine sehr gute Chance, mittelfristig ein selbstständiges Leben zu führen. Der Schulbesuch ist dabei immer der erste und wichtigste Schritt auf diesem Weg.

Wirkung, die bleibt – weit über die Campwoche hinaus

Die Wirkung des Camps endet nicht mit der Abreise. Regelmäßige Nachsorgebesuche in den Dörfern sichern den langfristigen Erfolg: Physiotherapeuten begleiten die Familien weiterhin, überprüfen die Entwicklung der Kinder und unterstützen sie im Alltag. Gleichzeitig wird ein Teil der Spendengelder in den Aufbau einer neuen Schweinefarm investiert. Damit wird eine solide Basis geschaffen, um das Providence Home auf Dauer wirtschaftlich unabhängig zu machen – und so langfristig aus eigener Kraft bestehen zu können.

Ein Projekt, das nicht nur Leben verändert – sondern Zukunft gestaltet.
Für die Kinder. Für ihre Mütter. Für ein starkes Providence Home!

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3. Ortho-/Traumacamp im St. Francis Naggalama Hospital https://www.helfende-haende.cw-net.de/3-ortho-traumacamp-im-st-francis-naggalama-hospital/ Fri, 20 Jun 2025 04:16:00 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=3965
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St. Francis Naggalama Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 06/2025

Wirkung trotz begrenzter Ressourcen

Die Nachfrage nach Hüftendoprothesen im St. Francis Naggalama Hospital wächst kontinuierlich. Für das diesjährige Camp wurden gezielt junge, finanziell benachteiligte Patienten ausgewählt, um ihnen durch erfolgreiche Operationen nicht nur ein schmerzfreies Leben, sondern auch die Rückkehr in Beruf oder Studium zu ermöglichen. Gleichzeitig standen zahlreiche Menschen mit langjährigen Knochenbrüchen auf dem OP-Plan – viele von ihnen kämpfen seit Jahren mit starken Einschränkungen im Alltag.

Für zwei intensive Wochen reiste ein engagiertes Team aus Deutschland nach Naggalama, um gemeinsam mit den lokalen Fachkräften Großes zu leisten – medizinisch, menschlich und vor allem nachhaltig.

Volle Koffer, viele Helfer

Instrumente, Implantate, Verbrauchsmaterialien – monatelang haben Kollegen aus verschiedenen Kliniken im süddeutschen Raum wertvolle Materialien gesammelt. Was in deutschen Operationssälen nicht mehr gebraucht wurde, kam vor Ort auf sinnvolle Weise zum Einsatz – ganz im Sinne der Patienten. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer, die das möglich gemacht haben!

Dank der sorgfältigen Vorbereitung des lokalen Teams, das die Patienten im Vorfeld registrierte und gezielt screente, konnten wir bestens vorbereitet und voller Energie in die OP-Tage starten.

Medizin auf hohem Niveau – mit einfachen Mitteln

In nur sieben Tagen wurde – mit großer Ausdauer, Improvisationstalent und beeindruckendem Teamgeist – medizinische Höchstleistung erbracht. Komplexe Eingriffe mussten meist ohne intraoperative Röntgenkontrolle gelingen und technische Herausforderungen erforderten kreative, spontane Lösungen. Jeder Handgriff zählte – und jeder war bereit, über sich hinauszuwachsen.

Besonders bewegend waren die vielen Patienten, die mit leuchtenden Augen, voller Hoffnung und tiefem Vertrauen den OP betraten. Einige konnten sich selbst die geringe Registrierungsgebühr kaum leisten – doch dank großzügiger Spenden wurde auch ihnen der Zugang zu dringend benötigten Eingriffen ermöglicht.

Ein erfreuliches Ergebnis konnte bei einem Patienten erzielt werden, der sich vor acht Jahren bei einem Unfall einen Oberschenkelschaftbruch zugezogen hatte – mit gravierender Beinverkürzung als Folge. Nach der Operation zeigte die erste Röntgenkontrolle eine nahezu ausgeglichene Beinlänge – ein beachtlicher Erfolg für das gesamte Team und ein spürbarer Gewinn an Lebensqualität für den Patienten.

Ein ebenfalls unvergesslicher Moment war die Operation eines 40-jährigen Patienten, der nach einem Unfall im Jahr 2009 mit einer zerstörten Hüftpfanne leben musste. Statt einer Standardprothese war hier chirurgische Präzision gefragt: Mit Hilfe gespendeter Instrumente, Schrauben und spezielle Hüftschalen konnte das Pfannendach aufwendig rekonstruiert und eine vollständig zementfreie Hüftprothese implantiert werden – in einer vierstündigen Operation, die höchste Expertise verlangte.

Ein Meilenstein für das St. Francis Naggalama Hospital – und ein eindrucksvoller Beweis dafür, was durch Kooperation, Know-how und Menschlichkeit möglich ist. Wer hätte vor zwölf Jahren gedacht, dass ein solch komplexer Eingriff in einem kleinen ländlichen Krankenhaus in Uganda erfolgreich durchgeführt werden könnte? Ganz großes Kino!!!

Nachhaltiger Wissenstransfer

Ein zentraler Schwerpunkt des diesjährigen Camps war die Ausbildung von Dr. Jonathan in der Hüftendoprothetik. Ziel ist es, dass er künftig auch unabhängig vom jährlichen Camp eigenständig Patienten mit Hüftprothesen versorgen kann – ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltiger medizinischer Versorgung vor Ort.

Auch das übrige OP-Team zeigte im Vergleich zum Vorjahr bemerkenswerte Fortschritte – insbesondere in der Aufbereitung und Pflege der Instrumente. OP-Leitung Jessica wurde intensiv in die Abläufe der Hüftendoprothetik eingearbeitet und konnte wertvolle Erfahrung sammeln.

Ein weiterer Gewinn war der fachliche Austausch zwischen den Physiotherapeuten Emil aus Deutschland und Thomas aus Uganda. Der lebendige Dialog brachte neue Impulse für die tägliche Arbeit und stärkte das gegenseitige Verständnis im interdisziplinären Team.

Mehr als nur OPs – das macht das Camp nachhaltig:

  • Alle Implantate wurden kostenlos zur Verfügung gestellt
  • Patienten mit geringem Einkommen wurden vollständig aus Spenden finanziert
  • Lokale Fachkräfte wurden geschult, angeleitet und gestärkt
  • Materialien aus Deutschland fanden sinnvolle Wiederverwendung
  • Folgebehandlungen wurden vorbereitet und strukturell angebunden

Dank der großartigen Unterstützung von Firmen, Spendern und Partnerorganisationen konnten sämtliche Kosten abgedeckt werden – für viele Patienten war dieser Einsatz die einzige Chance, dringend benötigte medizinische Versorgung zu erhalten und wieder hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Fazit:

Das Camp macht deutlich: Nachhaltige Unterstützung entsteht, wenn Ressourcen clever genutzt und Menschen langfristig gestärkt werden. Mit Herz, Kompetenz und partnerschaftlichem Miteinander kann aus begrenzten Mitteln Großes wachsen – nachhaltig, wirksam und zutiefst menschlich. So wird medizinische Hilfe mehr als ein Moment, sie wird zum Fundament für eine bessere Zukunft.

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Besuch des Orthocamp-Teams im Buluba Hospital https://www.helfende-haende.cw-net.de/besuch-des-orthocamp-teams-im-buluba-hospital/ Sun, 18 May 2025 10:09:09 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=4395
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St. Francis Buluba Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 05/2025

Am OP-freien Tag nutzte das Ortho-/Traumacamp-Team vom Naggalama Hospital die Gelegenheit zu einem Abstecher ins Buluba Hospital. Dabei standen nicht nur die Unterschiede in Ausstattung und Abläufen im Mittelpunkt, sondern auch die alltäglichen Herausforderungen beider Einrichtungen. Der offene Austausch entwickelte sich schnell zu einer inspirierenden Begegnung, von der alle Seiten profitieren konnten.

Das große Interesse und die Wertschätzung des Orthocamp-Teams an der ländlichen Einrichtung und den Arbeitsweisen in Buluba bestärkte das Team vor Ort darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Initiiert wurde dieser bereichernde Kontakt durch Sabine Pühl („Mama Buluba“), die als Projektverantwortliche beide Hospitäler miteinander verbindet.

Mit Blick in die Zukunft eröffnen sich neue Chancen für Zusammenarbeit und Wissensaustausch – mit dem gemeinsamen Ziel, langfristig eine spürbar positive Wirkung für Bevölkerung und Gemeinschaft zu erzielen.

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5. Herniencamp im Buluba Hospital https://www.helfende-haende.cw-net.de/5-herniencamp-im-buluba-hospital/ Thu, 26 Dec 2024 19:24:12 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=3651
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St. Francis Buluba Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 12/2024

1000. Bauchwandbruch im Buluba Hospital operiert

Ankunft, Abenteuer und ein herzlicher Empfang in Buluba

Mit Spannung und Vorfreude landeten wir in Entebbe, bereit für unseren Einsatz in Buluba. Doch wie schon beim letzten Mal, blieb unser Gepäck in Istanbul stecken. Stundenlang kämpften wir uns durch die chaotischen Mühlen des „Lost and Found“ Office. Schließlich erreichten wir erschöpft, aber erleichtert – wenn auch nur mit einem Bruchteil des Gepäcks – das Papyrus Guesthouse. Dort wartete eine erfrischende Dusche auf die Teilnehmer, um dann müde unter das Moskitonetz zu schlüpfen.

Nach einem leckeren Frühstück packten wir unsere wenigen Gepäckstücke in den klapprigen Bus für die Weiterreise nach Buluba. Auf dem Weg deckten wir uns mit frischen Mangos, Avocados und unendlich vielen Ananas ein – direkter und frischer geht’s nicht! Nach etwa vier Stunden Fahrt wurden wir herzlich im Guesthouse empfangen. Vertraute Gesichter, warme Umarmungen – es fühlte sich an wie nach Hause kommen.            

Dieses Jahr waren wir besonders gespannt: Wie würde das Camp ohne Sister Mary, die langjährige Seele des Hospitals, verlaufen? Sie hat das Buluba Hospital mit unermüdlichem Einsatz geprägt und Spuren hinterlassen, die die Community für immer in Erinnerung behalten wird. Doch unsere Zweifel verflogen schnell – das Team vor Ort überraschte uns mit unglaublichem Zusammenhalt und einer sehr guten Organisation.

Vorbereitungen auf Hochtouren

Im Gottesdienst am Sonntag wurden wir offiziell vom neuen Administrator George begrüßt und vorgestellt. Während die „Neulinge“ eine Tour durch das Hospital bekamen, legten die erfahrenen Teammitglieder schon mal los: Material auspacken, Inventar checken und die notwendigen Instrumente sterilisieren. Dank der Vorräte aus dem Vorjahr gab es keine Engpässe, so dass der geplante Start am Montag zu 100% gesichert war.

Unser Technikfreak Andi war engagiert im Einsatz: Kabel verlegen, Steckdosen überprüfen, Monitore verkabeln und die Technik zum Laufen bringen – alles funktionierte! Die wenigen verfügbaren Koffer waren schnell verstaut, die ersten Patienten wurden für den ersten OP-Tag untersucht und in den OP-Plan für Montag aufgenommen. Das Camp war startklar!

Ein erfolgreicher Start: 25 Operationen am ersten Tag

Am Montag legten wir los – und wie! 25 Operationen an 24 Patienten allein am ersten Tag – was für ein Auftakt! Von Anfang an hat sich das international zusammengesetzte Team perfekt aufeinander eingespielt: Die lokale Anästhesie-Crew um King George und Joseph sowie das OP-Team unter Cindys Leitung arbeiteten Hand in Hand mit uns zusammen. Dank der gut organisierten Abläufe konnten wir die vollgepackten OP-Programme täglich reibungslos umsetzen.

Selbst Stromausfälle und Regen hielten uns nicht auf: Frische OP-Wäsche wurde per Schubkarre geliefert, und das Sterilisationsteam um Moses sorgte unermüdlich dafür, dass immer ausreichend sterilisierte OP-Wäsche sowie Tupfer- und Kompressentrommeln verfügbar waren.

Ein besonderer Dank geht an Christine, die die tägliche Patienteneinbestellung super im Griff hatte und Head Nurse Rose, die für reibungslose Abläufe des lokalen Pflegeteams sorgte. Beide beeindruckten uns wieder einmal mit ihrer sehr engagierten und professionellen Arbeitseinstellung, die maßgeblich zum Erfolg des Camps beitrug. 

Das Anästhesieteam war schnell eingespielt und bewies unter anspruchsvollen Bedingungen höchste Professionalität und meisterte anästhesiologische Zwischenfälle unter einfachen Bedingungen souverän und professionell.

Das Chirurgen Team eine Mischung aus „Wiederholungstätern“ und Neueinsteigern bildete schnell eine harmonische Einheit und fand sich zügig im Operieren unter lokalen Gegebenheiten zurecht. Die enge Zusammenarbeit auch mit OP-Pflege und Anästhesie-Kollegen sowie den Staff des Buluba Hospitals zeigte sich wieder als grosse Bereicherung.

Wieder einmal hat sich gezeigt, wie hervorragend „Alte-Hasen“ mit den jungen Kollegen zusammenarbeiten können – was bei so einem außergewöhnlichen Einsatz unter einfachsten Rahmenbedingungen viel Improvisation voraussetzt. Innerhalb kürzester Zeit war die OP-Pflege ein sehr gut eingespieltes Team und alles lief wie am Schnürchen. Jeder wusste wo angepackt werden musste – Packen oder Sterilisieren der Instrumenten-Sets, Vorbereiten der Instrumentiertische oder Anleiten der lokalen Kollegen. Die über das Jahr gesammelten Ressourcen aus dem OP-Alltag in Deutschland konnten sinnvoll und sparsam im OP-Betrieb verwendet werden.

Die Tage vergingen wie im Fluge und waren vollgepackt mit viel Arbeit aber auch unglaublich bereichernden Momenten, die uns den Sinn unseres Einsatzes einmal mehr vor Augen geführt haben. Konfrontiert mit unglaublichen Krankheitsbildern und Befunden, die in unserer modernen Medizin teilweise kaum vorstellbar sind, wurden wir täglich mit den strahlenden Gesichtern und unendlich viel Dankbarkeit unserer Patienten belohnt.

Die alljährliche Samstagabend-Party durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen und war wie in der Vergangenheit ein besonderes Highlight für die Staff und uns. Ein besonderer Dank an ALLE Mitarbeiter als Zeichen des Respekts und Anerkennung für den engagierten Einsatz und die geleistete Arbeit während des Camps.   

Ein Highlight: Der 1000. operierte Bauchwandbruch

Am vierten Tag war es dann soweit – die 1000. Hernienoperation im Buluba Hospital im nun fünften Hernien-Camp!
 
Ein Meilenstein, der uns alle stolz machte!
 

Als wir 2019 das erste Herniencamp ins Leben riefen, hätte damals niemand gedacht, dass wir mit unserer Mission so viele Menschen erreichen werden – Menschen, die oft jahrelang auf eine Behandlung hoffen mussten und aufgrund ihrer finanziellen Situation das Geld nicht aufbringen können. Hinter dieser Zahl stehen nicht nur medizinische Erfolge, sondern 1000 Geschichten und Schicksale, die durch unsere Arbeit positiv beeinflusst werden konnten.

Dieser Erfolg gehört uns allen – und vor allem den Menschen, denen wir helfen durften. Wir blicken mit Dankbarkeit zurück und mit noch größerer Motivation nach vorn. 

Fazit: Ein unvergesslicher Einsatz

Insgesamt konnten wir bei 206 Patienten 238 Bauchwandbrüche operieren – die meisten mit Netzimplantationen. Fast alle Patienten verließen das Hospital bereits am zweiten Tag schmerzarm und in gutem Zustand.
Die Tage waren intensiv, voller Arbeit, aber auch voller Lächeln und Dankbarkeit. Der gemeinsame Einsatz aus Leidenschaft, Fachwissen und unermüdlichem Engagement macht diesen Erfolg möglich.
Jede Operation ist ein Moment, in dem nicht nur medizinisches Können, sondern auch Mitgefühl und Zusammenarbeit den Unterschied machen. Dieses Ziel hätten wir ohne unsere unermüdlichen Teams vor Ort und aus Deutschland oder Schweiz, die großzügigen Unterstützer und die vielen Helfer im Hintergrund nie erreichen können.

Ihr seid großartig!!!

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Patientenregistrierung – Herniencamp 2024 https://www.helfende-haende.cw-net.de/patientenregistrierung-herniencamp-2024/ Sat, 02 Nov 2024 20:10:10 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=3340
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St. Francis Buluba Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 11/2024

Bereits zum fünften Mal steht Ende November das Herniencamp im St. Francis Buluba Hospital an. Seit Anfang Oktober arbeitet das engagierte Team um den ärztlichen Direktor Dr. Steven auf Hochtouren an der Registrierung von rund 250 Patienten – ein Ansturm, der durch mediale Aufmerksamkeit noch verstärkt wurde. Nach sorgfältigen Untersuchungen durch die Arztassistenten wird für jeden Patienten eine Krankenakte erstellt. Das Labor ist im Dauereinsatz: Für alle Patienten werden Blutbild, Hepatitis- und HIV-Werte bestimmt, um ihren Allgemeinzustand zu überprüfen.
 
Tagtäglich füllen geduldig wartende Menschen die Aufnahmezone. Das gesamte Team ist fest in den Registrierungsprozess eingebunden, um sicherzustellen, dass alle Patienten erfasst und untersucht werden.
 
Es herrscht große Vorfreude, denn schon bald wird das deutsche Team eintreffen, um die geplanten Operationen in Zusammenarbeit mit dem lokalen Team durchzuführen.
 
Wir freuen uns über jede Spende, die vollständig den bedürftigen Patienten zugutekommt. Jeder Beitrag macht einen Unterschied und wird verantwortungsvoll eingesetzt.

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Patienten Nachsorge des Ortho-Traumacamps 2024 https://www.helfende-haende.cw-net.de/patienten-nachsorge-des-ortho-traumacamps-2024/ Tue, 27 Aug 2024 08:00:19 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=3087
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St. Francis Naggalama Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 2024

Unsere orthopädischen und traumachirurgischen Patienten kamen nach der 2. bzw 6. Woche nach ihrer Operation zur Nachuntersuchung im St. Francis Naggalama Hospital.
 
Alle 47 Patienten, darunter sowohl unsere Hüftendoprothesen- als auch Traumapatienten, haben beeindruckende Fortschritte gemacht, ohne dass Komplikationen aufgetreten sind. Alle können inzwischen teilweise oder sogar ganz ohne Krücken den Alltag bewältigen.
 
Dr. Jonathan und sein Assistent Oswold sind sehr erfreut über die positiven Entwicklungen. Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, wie sich die Patienten erholt haben— einige konnten sogar wieder in die Schule gehen oder ihre Arbeit aufnehmen.
 
Die strahlenden Gesichter und das Lächeln der Patienten erfüllen auch das Team im St. Francis Naggalama Hospital mit großer Freude.
 
Ein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Projekt unterstützt haben.

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2. Endoprothetik und Trauma Camp 2024 https://www.helfende-haende.cw-net.de/2-endoprothetik-und-trauma-camp-2024/ Mon, 05 Aug 2024 11:23:16 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=2857
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St. Francis Naggalama Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 2024

Nach dem großartigen Erfolg des letztjährigen Camps konnte das St. Francis Naggalama Hospital einen stetig steigenden Patientenzulauf verzeichnen. Das Interesse, ein weiteres OP- Camp zu organisieren, war daher sehr groß.
 
Schnell wurde ein motiviertes Team aus neuen und erfahrenen Teilnehmern zusammengestellt, die bereit waren, für einen zweiwöchigen humanitären Einsatz erneut nach Uganda zu fliegen.
 
Aufgrund der hohen Implantatekosten für endoprothetische Operationen entschieden wir, dieses Mal ausschließlich Traumapatienten operativ zu versorgen. Diese Entscheidung stieß beim Team in Naggalama auf Unmut, da die Nachfrage nach Endoprothesen-Operationen im vergangenen Jahr stark gestiegen war. Wir mussten unsere Entscheidung überdenken, um den finanziell schwachen Patienten gerecht zu werden. Schließlich ist es mit einem kleinen Team eine große Herausforderung, etwa 55.000 € an Spenden zu sammeln.
 
Das notwendige Screening der ausgewählten Patienten wurde vom lokalen Traumatologen Dr. Jonathan und seinem Assistenten Oswold organisiert und durchgeführt.
 
Am 19. April starteten wir unsere Mission mit dem Abflug in Stuttgart. Unsere Gepäckstücke waren gefüllt mit gesammelten Materialien wie Instrumenten, Nähten, Knochenimplantaten, Messerklingen, Einmalartikeln und vielem mehr. Die Einreise nach Uganda verlief schnell und reibungslos, sodass wir nach einer kurzen Ruhephase im Papyrus Guesthouse die Weiterreise nach Naggalama antreten konnten. Im Guesthouse angekommen, wurden wir von Sharon mit frischem Obst und Erfrischungsgetränken empfangen.
 
Nach einem informativen Rundgang durch die verschiedenen Bereiche des Hospitals konnten wir bereits einige der registrierten Patienten herzlich begrüßen. Anschließend sortierten wir die vielen Materialien und transportierten sie mit dem Pick-up zum OP-Gebäude. Dort packten wir die Instrumentensiebe, sterilisierten sie und sichteten die Implantate der Firma Zimmer. Müde, aber voller Vorfreude auf den nächsten Tag, krochen wir schließlich unter unsere Moskitonetze.
 
In der ersten Woche wurde ein lokaler Orthopäde vom größten Reha-Zentrum Corsu in Entebbe für die 12 registrierten Hüftpatienten engagiert. Mit Dr. Moses, einem erfahrenen Endoprothetiker, der auch Sichelzellen-Patienten behandelt, hatten wir das Vergnügen, einen sehr offenen, humorvollen und fachlich kompetenten Chirurgen kennenzulernen. Bei der Registrierung legten wir besonderes Augenmerk auf junge Patienten, um ihnen die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen und dadurch die finanzielle Versorgung ihrer Familien zu sichern.
 
Die operative Versorgung der Patienten mit teils mehrere Jahre alten Frakturen war technisch äußerst anspruchsvoll und forderte den Traumatologen alles ab. Im zweiten OP-Saal war beispielsweise eine Röntgenkontrolle zur Überprüfung der Achsstellung des korrigierten Knochens während der Operation nicht möglich. Die Ärzte arbeiteten oft stundenlang unter großem Einsatz, um mit den kostenfreien Implantaten aus Deutschland das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es ist erstaunlich, was in unseren Krankenhäusern aufgrund neuer Systeme ausrangiert und jahrelang ungenutzt gelagert wird. Für die Menschen in Uganda ist dies ein absoluter Glücksfall, da sie die Implantate kostenlos erhalten.
 
Die begrenzten Ressourcen und täglichen Herausforderungen, wie nur einen Sterilisator, wurden durch organisatorische Meisterleistungen aller Beteiligten hervorragend gemeistert. Die tropfende Klimaanlage wurde während des OP-Betriebs vom hauseigenen Techniker im Handumdrehen repariert, und Stromausfälle kompensierten wir kurzfristig mit mitgebrachten Stirnlampen. Eine Wasserflasche diente als Lösung, damit ein junger Patient seine Blase entleeren konnte. Eine junge Hüftpatientin war so happy operiert zu werden, dass sie während des gesamten Eingriffs gelacht und gesungen hat. Die ausrangierten  Gehstützen aus Deutschland waren eine willkommene Hilfe für unsere Fuß- oder Hüftpatienten, die sich solche Hilfsmittel sonst nicht leisten konnten. Viele unserer Materialien, die wir das Jahr über gesammelt hatten, wurden sinnvoll verwendet und kamen unseren Patienten kostenfrei zugute.
 
Das Nachlegen verbrauchter Implantate durch Zimmer Vertreter William funktionierte, wie im letzten Jahr, reibungslos sowie die anschließende Abrechnung. Insgesamt implantierten wir zwölf Hüftprothesen. Die Kosten allein für die Endoprothesenimplantate beliefen sich auf rund 24.000 €. Parallel konnten wir die Kosten von rund 14.000€ für die Traumapatienten von den gesammelten Spenden übernehmen.
 
Fazit
Mit einem unglaublichen Teamgeist und großartigem Zusammenhalt haben wir die anstrengenden und langen OP-Tage gemeistert – die Zeit verging wie im Flug. Der schönste Lohn sind die dankbaren und strahlenden Gesichter unserer Patienten, für die wir immer wieder die Herausforderung annehmen.
 
In nur neun Tagen konnte unser motiviertes Team in enger Zusammenarbeit mit den engagierten Kollegen aus Naggalama insgesamt 12 Hüft-Endoprothesen und 34 Traumapatienten operativ versorgen.
 
Dieses kostspielige Projekt ist definitiv auf das Sponsoring von Firmen, Vereinen und privaten Spendern angewiesen, denn allein schaffen wir das nicht. Wir möchten uns bei allen Spendern, Unterstützern und Helfern ganz herzlich bedanken.

Eindrücke & Impressionen

Videodokumentation

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Patientenregistrierung Endoprothetik- und Traumacamp https://www.helfende-haende.cw-net.de/patientenregistrierung-endoprothetik-und-traumacamp-hoffnung-in-naggalama/ Thu, 18 Apr 2024 11:09:26 +0000 https://www.helfende-haende.cw-net.de/?p=3518
Eindrücke & Impressionen

St. Francis Naggalama Hospital / Uganda

Sabine Pühl – 04/2024

Nach einer intensiven Werbekampagne über Radio und TV startete Mitte März die Patientenregistrierung für das diesjährige OP-Camp. Das Naggalama Hospital hat dank des erfolgreichen Camps im Vorjahr einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Patienten reisen aus entlegenen Teilen des Landes an, um sich von Dr. Jonathan und seinem Team beraten und registrieren zu lassen.

Unser Einsatz in Uganda konzentriert sich besonders auf junge Patienten, die bislang keine Möglichkeit hatten, sich aufgrund finanzieller Hindernisse einer dringend benötigten Hüftprothesen-Implantation zu unterziehen. Durch diese Eingriffe, verbunden mit einer gezielten Rehabilitation, eröffnet sich für sie die Chance, wieder aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen und ihre Zukunft eigenständig zu gestalten.

Zusätzlich steht die Behandlung von zahlreichen alten Knochenbrüchen im Mittelpunkt, die durch Verkehrsunfälle entstanden sind. Diese Verletzungen betreffen sämtliche Extremitäten und werden durch eine umfassende medizinische Versorgung operativ versorgt. Das Ziel ist es, den Betroffenen ein Leben mit weniger Schmerzen und deutlich mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Das Team um Assistent Oswold und Dr. Jonathan arbeitet unermüdlich, um die große Anzahl der anreisenden Patienten optimal vorzubereiten. Dazu gehören die Anfertigung von Röntgenbildern, die Durchführung von Laboruntersuchungen, eine ausführliche Anamnese sowie das Erstellen der individuellen Krankenakte. Ziel ist es, alle Patienten optimal auf ihre bevorstehende Operation vorzubereiten. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Naggalama Hospitals sorgt das Team dafür, dass das OP-Camp reibungslos abläuft und allen Beteiligten die bestmögliche Betreuung geboten wird.

Dieses Camp steht nicht nur für medizinische Versorgung, sondern auch für Mitgefühl und Menschlichkeit. Es ist eine Plattform für gegenseitiges Lernen und ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Region.

Ihre Unterstützung zählt!
Die hochwertigen Implantate sind kostenintensiv, weshalb wir dringend auf Spenden angewiesen sind. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – bringt uns unserem Ziel näher, mehr Menschen eine lebensverändernde Behandlung zu ermöglichen.                           
Gemeinsam können wir Großes bewirken!

Eindrücke & Impressionen

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